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Tourismus

Schweich – das Tor zur Mittelmosel. Erleben Sie die malerische Wein- & Kulturlandschaft der Mosel.

Die zahlreichen Weingüter und Gaststätten laden zum Verweilen ein.

Molitors Mühle

Museumsmühle „Molitorsmühle“ am Föhrenbach – Schweich

Mühlentradition mit Familiengeschichte

Etwas außerhalb von Schweich steht die Molitorsmühle, die sich seit 1830 in Familienbesitz befindet und bis 1972 betrieben wurde. Diese Mühle ist seit 1997 „museumsreif“ und für Besucher, ob jung oder alt, für Besichtigungen und Führungen geöffnet. Das bauliche und technische Denkmal erzählt dabei ein Stück Handwerks- und Kulturgeschichte und jeder kann erleben, was für Oma und Opa noch Alltag war.

Ein Besuch der historischen Molitorsmühle lohnt sich nicht nur für Liebhaber traditioneller Handwerkskunst, ist sie doch die einzige, von einst sieben Mühlen in Schweich, die mit fast vollständiger Einrichtung aus dem 19. und den Anfängen des 20. Jahrhunderts, übrig geblieben ist. – Betritt man diese Mühle, so fühlt man sich gleich zurückversetzt in die Zeit, als die Mühle noch von unseren Eltern, Hedwig geb. Molitor und Anton Branz, molitors-muehlebetrieben wurde.

Vom Korn zum Mehl…

Da ist er noch, der Geruch von gemahlenem Korn, der feine Mehlstaub auf allen Geräten. Selbst ein altes Rechnungsbuch liegt weiterhin aufgeschlagen auf einem Pult, so, als wäre der Müller nur kurz in seine Mittagspause verschwunden. Auch wenn die Technik und Mechanik vom Mahlgang bis zu den Walzenstühlen erklärt werden, bleibt trotzdem ein Moment der Ehrfurcht und des Staunens, wenn die Mühle wieder belebt wird – dann fängt es am Föhrenbach dann doch noch an zu klappern und zu rattern, vom ersten bis zum vierten Stockwerk. – Bei den Führungen geht es uns nicht nur darum, etwas von unseren Vorfahren zu erzählen, sondern neugierig zu machen auf unsere Familien- und Mühlengeschichte.

Von Gestern und Heute…

Unsere Mühlengeschichte beginnt bereits im Jahre 1824, als die Mühle am Ortsrand von Schweich ursprünglich als Öl-, Lohe- und Schleifmühle errichtet wurde. Erst 1830 erhielt diese den heutigen Namen „Molitorsmühle“, als sie von unserem Ururgroßvater Johann Molitor (1791-1870) erworben wurde. Da in dieser Zeit die Mahlgänge eingebaut wurden, begann erst jetzt die Verarbeitung von Getreide zu Mehl. Jeder kann sich nun gut vorstellen, wie es „Max und Moritz“ ergangen ist, als die beiden nach den Vorstellungen von Wilhelm Busch (1832-1908) ein jähes Ende fanden. – 1870 ging die Molitorsmühle an unseren Urgroßvater Johann Molitor jun. (1840-1913) über und nach dessen Tod an unseren Großvater Nicolaus Molitor (1875-1938).

Als dieser starb führte unsere Großmutter Anna Molitor, gemeinsam mit unserer Mutter, der damals jüngsten, 19-jährigen Tochter Hedwig, die zwischenzeitlich auch das Müllerhandwerk erlernt hatte, die Mühle fort. – Es war sicherlich kein leichtes Unterfangen für zwei Frauen, sich in dieser Männerdomäne durchzusetzen. Das Alleinmanagement der Frauen sollte noch bis nach dem Krieg andauern.

Von Früher – eine Geschichte aus der Geschichte…

Erinnerungen eines französischen Kriegsgefangenen

auf der Molitorsmühle vom 14. Juli 1940 bis 12. Juni 1941

„Als wir im Hof der Mühle angekommen waren, wartete ich einen Augenblick; dann gab Josef (ein Gehilfe) mir zu verstehen, ich solle die Treppe hochsteigen, um in die Küche zu gelangen. Frau Molitor empfing mich sehr gut, lächelnd und mit entspanntem Gesichtsausdruck. Ich war eher ängstlich, schüchtern, ein bisschen beunruhigt. Sie sprach zu mir auf Deutsch, was ich natürlich nicht verstand, gab mir ein Zeichen, mich an den Tisch zu setzen, schnitt mir eine große Scheibe Brot ab, dann eine zweite und stellte mir einen Teller mit Butter, Marmelade und eine große Tasse Milchkaffee hin…

Danach führte Josef mich durch die Mühle, den Kuhstall, den Schweine- und dann den Pferdestall. Ich dachte dabei, dass dies alles mehr oder weniger Teil meiner täglichen Arbeit sein würde. Da es schon spät am Nachmittag war, brachte Josef mich zum Kommando zurück…

Bei meiner Ankunft am nächsten Morgen sah ich einen mit Mehlsäcken beladenen Wagen. Josef gab mir zu verstehen, dass ich auf den Wagen steigen solle, und mit dem Onkel fuhren wir zu dritt los, um Mehl zu den Bauern in drei oder vier Kilometern Entfernung zu liefern. Dort holten wir ein oder zwei Säcke Weizen oder Roggen ab…

Außer den Lieferungen kümmerte ich mich um die Kühe, manchmal um die Pferde und die Schweine… Außerdem arbeitete ich mit Josef und Hedwig in der Mühle. Mit Josef wogen wir das Mehl ab, um es in Säcke zu füllen, die zu den entsprechenden Bauernfamilien gehörten…

Im Frühjahr, bei schönem Wetter, machten wir Heu… Anfang Herbst fand die Weizenernte statt, dann folgte die Kartoffelernte…

Dann kamen die Weihnachtstage mit ihrer besonderen, angenehmen Stimmung zum Fest der Geburt des Jesuskindes…

Zwei Tage zuvor hatte ich den ersten Brief von meiner Familie erhalten. Sechs Monate lang hatte ich keine Nachricht von ihnen bekommen. Dann kam der Winter mit seiner weißen Schneedecke… Eines Tages blieb der Wagen bei einer Lieferung in dem nördlichen Teil von Schweich im Schnee stecken. Die Pferde konnten ihn nicht herausziehen, da er schwer mit Säcken beladen war. Der Onkel zog am Zügel der Pferde, während Josef und ich jeder an einem Rad schoben und die Pferde sich ins Zeug legten. Als ich dabei einmal zu heftig an einer Radspeiche drückte, spürte ich einen Riss am unteren Ende der Wirbelsäule… und spürte diesen Schmerz den ganzen Winter lang… und als später, am Frühlingsanfang, eine Lieferung Weizensäcke ankam und ich drei oder vier davon getragen hatte, tat mir der Wirbel sehr weh. Ich wollte dies nun erklären. Dabei bewies Hedwig mir, dass sie die Säcke tragen konnte, und das war wie eine kalte Dusche für mich. Sie war kein Mädchen, mit dem man viel scherzen konnte; sie war eher ernst, fleißig und emsig, und die Arbeit machte ihr keine Angst. Ich wollte mich nicht beklagen, denn ich hatte Angst, an eine andere Stelle geschickt zu werden, wo es mir doch so gut bei ihnen in der Mühle gefiel. Ich erzähle das so, wie ich es noch heute denke…

Am 12. Juni 1941, an Fronleichnam, kam der Herr Pastor von Schweich zu der Familie Molitor zum Nachmittagskaffee. Im Vertrauen auf Gott habe ich mich davongemacht, und mit viel Glück gelangte ich in die freie Zone Franzreichs. Ich hatte dabei aber Schuldgefühle, denn ich hatte Frau Molitor versprochen, nicht zu fliehen; sie hatte mir nämlich erklärt, dass es gefährlich für mich sein könnte. – Trotz der langen Zeit habe ich ihre gute Familie nicht vergessen. Ich bedaure es, nicht früher zu ihnen gekommen zu sein, um die wieder zu sehen, die nun schon verstorben sind.“

 1946 heiratete Hedwig Molitor den Müllermeister Anton Branz, aus dem Kreis Biberach (Baden-Württemberg) und fortan betrieben beide die Mühle.

Unser Vater Anton Branz war mit Leib und Seele Müller und machte sich im Landkreis Trier-Saarburg mit seinem Engagement in der Müllerinnung verdient und wurde sogar deren Obermeister. – Er war immer am Puls der Zeit, konnte aber leider nicht verhindern, dass auch das Betreiben der Familienmühle in Zeiten von wachsender Konkurrenz durch Großmühlen unrentabel wurde. Um sich vor weiteren Verlusten zu schützen, nahmen Hedwig und Anton Branz die Möglichkeit der Betriebsaufgabe im Rahmen des Mühlen-Stilllegungsgesetzes an und gaben den Mühlenbetrieb 1972 auf. Sie sollte anschließend für über 20 Jahre in einen Dornröschenschlaf fallen. Nach dem Tod der Eltern ging die Mühle in den Besitz der Kinder über.

Von uns für Sie…

Seit 1997 ist die Mühle, aufgrund der Initiative der noch 7 von einst 10 Geschwistern, wieder für Besucher, Besichtigungen und Führungen geöffnet.

„Wasser auf die Mühl’ gekehrt“ wird von Ostern bis Ende Oktober samstags, sonn- und feiertags von 14 – 18 Uhr und außerdem jederzeit ganzjährig nach Vereinbarung.

Informationen gibt es bei Hildegard Haubrich (Tel. und Fax: 06502-1336), Gisela Adams (E-Mail: gisela-adams@gmx.de) und unter www.molitorsmuehle.de.

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